Familien: Einfach stark!

Eltern tauschen sich bei einem Workshop in Angelmodde an einer Materialwand aus.
Elternworkshop in Angelmodde · Foto: EDUCATION Y

Spezifisches Problem

Der Bildungserfolg von Kindern hängt in Deutschland noch immer stark von den familiären Voraussetzungen ab. Eltern spielen demnach eine zentrale Rolle in der Bildungsbiografie ihrer Kinder: Ihre psychische Widerstandsfähigkeit ist Basis der Resilienz ihrer Kinder. Gerade der Übergang in die Grundschule stellt für viele Familien dieses Fundament auf die Probe. Diese Phase im Alltag von Familien nimmt das Programm “Familien: Einfach stark!” von EDUCATION Y in den Blick und rahmt die Einschulung für Eltern mit einer stärkenden Workshopreihe.

Der Bildungserfolg von Kindern hängt in Deutschland noch immer stark von den familiären Voraussetzungen ab. Eltern spielen damit eine zentrale Rolle in der Bildungsbiografie ihrer Kinder: Ihre eigene psychische Widerstandsfähigkeit bildet die Basis für die Resilienz der Kinder. Gerade der Übergang in die Grundschule stellt diese Stabilität auf die Probe. Hier setzt das Programm „Familien: Einfach stark!" von EDUCATION Y an und begleitet die Einschulung für Eltern mit einer stärkenden Workshopreihe.

Eine Materialwand zeigt Karten zu Belastungen und Resilienz im Familienalltag.
Belastungen und Resilienz im Elternworkshop · Foto: EDUCATION Y

Unser Lösungsansatz

“Familien: Einfach stark” ist ein resilienzförderndes Programm, das Eltern zu einer gestärkten Haltung und einem souveränen Umgang mit Alltagsstress verhilft, damit sie ihre Kinder stark und strukturiert begleiten können.

In drei aufeinander aufbauenden Workshops rund um den Schuleintritt setzen sich die teilnehmenden Eltern mit den Ursachen von Stress auseinander, lernen persönliche Schutzfaktoren kennen und entwickeln alltagstaugliche Strategien für den familiären Umgang mit Belastungen.

Das soll insbesondere die Zeit rund um die Einschulung entlasten.

2025 wurde das Programm als Pilotprojekt gemeinsam mit lokalen Partnern in Münster erprobt.

Fokus 2025: Pilotphase gemeinsam weiterentwickeln

Das erste Projektjahr stand im Zeichen der Erprobung. Neben der Durchführung der Workshopreihen wurden Materialien, Ansprache und Inhalte kontinuierlich anhand der Rückmeldungen von Eltern und Bildungseinrichtungen weiterentwickelt. Gleichzeitig lag ein Schwerpunkt darauf, das Programm in den kommunalen Bildungsstrukturen zu verankern und Schulen sowie Kitas als Partner zu gewinnen.

Eine Referentin spricht beim Zukunftsforum Resilienz über persönliche Schutzfaktoren.
Zukunftsforum Resilienz im November 2025 · Foto: Joachim Busch

Highlights 2025

Ziele: Im Pilotjahr konnten 13 Kitas und Grundschulen für das Programm gewonnen werden. Insgesamt nahmen 28 Eltern an der Workshopreihe teil. Damit wurde das Ziel erreicht, das Programm in den kommunalen Strukturen sichtbar zu machen und erste Erfahrungen für die Weiterentwicklung zu sammeln.

Kitas und Grundschulen
13
für das Programm gewonnen
Eltern
28
nahmen an der Workshopreihe teil

Wirkung: Die definierten Wirkungsziele wurden anhand von vier durchgeführten Elterninterviews in 2025 geschärft und in Items für eine standardisierte Befragung überführt, die ab dem zweiten Umsetzungsjahr nach jeder Workshopreihe durchgeführt werden wird.

Die Rückmeldungen aus den Elterninterviews bestätigten insbesondere den Wert der vertrauensvollen Atmosphäre, des Austauschs untereinander und der praxisnahen Übungen für den Familienalltag. Gleichzeitig machten die Gespräche deutlich, dass die Ausschreibung Erwartungen an konkrete Informationen zur Einschulung weckte, die nicht Teil des Workshop Konzeptes sind. Daraufhin wurden sowohl die Projektbeschreibung als auch die in den Workshops behandelten Fallbeispiele zum Thema Stress rund um die Eischulung angepasst.

Zitate:

„Familien brauchen für den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule mehr als nur organisatorische Vorbereitung – sie brauchen Stärkung, die trägt. Starke Eltern sind das beste Fundament für einen gelingenden Start in die Bildungsbiografie ihrer Kinder. Genau das ermöglicht das Projekt Familien in Münster: Einfach stark!“
(Florian Diening, Schulleiter teilnehmende Gottfried-von-Cappenberg Grundschule)

Laut teilnehmender Eltern bietet der Workshop “konkretes Handwerkszeug für bestimmte Situationen”, um im Familienalltag souveräner und strategischer mit Stressoren und Belastungen umzugehen. Der dreiteilige Workshop bietet den Teilnehmenden eine Art Safe Space und der persönliche Austausch kann in “guter und vertrauensvoller Atmosphäre” stattfinden. Eltern loben die “super Materialien und eine super vorbereitete Referentin” und würden die Teilnahme am Kurs “auf jeden Fall!” weiterempfehlen.

„Wir setzen uns dafür ein, Eltern in ihrer Eigenverantwortung zu stärken und ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie mit Stress und Druck im Alltag positiv umgehen können – für sich selbst und als Vorbild für ihre Kinder.“
Christoph Dammermann, Geschäftsführer der SWI und kooperierender Projektpartner

Besondere Begegnungen: Besonders eindrücklich war die Erfahrung einer Mutter, die dauerhaften Stress zunächst als selbstverständlichen Teil ihrer Elternrolle verstand. Im Austausch mit der Gruppe wurde diese Haltung hinterfragt. Der gemeinsame Perspektivwechsel machte deutlich, wie wichtig Räume sind, in denen Eltern Belastungen offen ansprechen und neue Strategien entwickeln können.

Weitere Learnings: Die Pilotphase zeigte außerdem, dass der Aufbau kommunaler Netzwerke Zeit und verlässliche Beziehungen braucht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Angebote besonders dann gut angenommen werden, wenn sie zeitlich im Jahresablauf günstig liegen und nicht zu nah an Ferienzeiten oder in der Vorweihnachtszeit. Zudem werden Termin im Nachmittagsbereich besonders gut angenommen, wenn dazu eine Kinderbetreuung angeboten wird.

Ausblick 2026

2026 wird das Programm in Münster weitergeführt und gleichzeitig auf die Standorte Neuss und Unna ausgeweitet. Parallel entwickelt EDUCATION Y gemeinsam mit seinen Partnern ein Konzept, um das Angebot langfristig in den Kommunen zu verankern.