Zukunftsträger
Starke Partnerschaften für einen gelingenden Übergang Schule-Beruf

Welches spezifische oder lokale Problem adressiert das Projekt?
Zukunftsträger ist ein Collective-Impact-Verbund in der Metropolregion Rhein-Neckar mit dem Ziel, dass alle Schülerinnen und Schüler am Übergang von der Schule in den Beruf die gleiche Chance erhalten, einen gelingenden Übergang zu realisieren. In der MRN, besonders in einigen Kommunen, führen die sozioökonomischen Bedingungen vieler bildungsbenachteiligter Jugendlichen sowie suboptimale Rahmenbedingungen dazu, dass diese den Sprung ins Berufsleben nicht schaffen und beim Übergang "aus dem System fallen". Ein hoher Prozentsatz der Jugendlichen hat dort keinen Schulabschluss, keinen Ausbildungsplatz und keine Ausbildung.
Wie antwortet das Projekt auf dieses Problem?
Zukunftsträger hat in der Region MRN nach dem Collective Impact-Prinzip einen Gemeinsam-Wirken-Verbund etabliert mit relevanten Akteuren am Übergang Schule-Beruf. Diese Verbundpartner auf Systemebene, z. B. aus Kommunen, der Schulbehörde, dem Bildungsministerium, Schulen, Kammern etc. arbeiten gemeinsam in Gremien vor Ort an Lösungsmöglichkeiten für besser gelingende Übergänge und setzen diese um.
Parallel dazu werden begleitend auf der Zielgruppenebene der Schüler*innen am Übergang in der Schule Maßnahmen zur Berufsorientierung, Interessen- und Stärkenfindung sowie Sozialkompetenztrainings angeboten.
Was war der Fokus des Projekts im Jahr 2025?
Seit Ende 2024 wurde im Rahmen der Initiative Zukunftsträger insbesondere ein Fokus auf das Problemfeld „Schulabsentismus“ als Aspekt nicht gelingender Übergänge in den Beruf gelegt. Es wurde ein Arbeitskreis Schulabsentismus mit relevanten Akteuren zum Thema - wie etwa den Sprechern aller Schularten, den Zuständigen für die Schularten bei der Schulbehörde und dem Landesbildungsministerium sowie Schulleitungen, Lehrkräften und Schulsozialarbeitenden – etabliert. In diesem Arbeitskreis wurden zum Beispiel Informationsmaterialien zu Prozessen erarbeitet, wie etwa Poster für Schüler*innen, Lehrkräfte, Schulsoziarbeitende oder Flyer für Eltern. Außerdem wurden die Aspekte „Schule als Wohlfühlort“ und „Abbau von Sprachbarrieren“ erörtert.

Ende des Jahres fand ein großer Fachtag zum Thema „Angstbedingter Schulabsentismus“ mit spannenden Referenten und Gästen statt.


Was waren die wichtigsten Highlights 2025?
Erreichte Ziele
- Arbeitskreis Schulabsentismus hat mehrfach getagt, verschiedene Ziele definiert und mit der Umsetzung begonnen
- Erfolgreicher Fachtag zum Thema „Angstbedingter Schulabsentismus“ mit interessanten Referenten und Gästen
- Auf Zielgruppenebene wurden 2025 mit verschiedenen Maßnahmen 1.257 Jugendliche in 19 Veranstaltungen erreicht.
- In Workshops und Coachings haben die SuS ihre Interessen und Stärken im Hinblick auf die Berufswahl ermittelt und herausgearbeitet, ihre Sozialkompetenzen wurden trainiert, ebenso Teamwork und Selbstwirksamkeit. Darüber hinaus haben sie Berufsfelder und Berufe kennengelernt (über VR-Brillen) und sich mit Bewerbungs- und Ausbildungsvorbereitung (z. B. Schulung "Europass") befasst.
- Jugendliche
- 1.257
- mit verschiedenen Maßnahmen erreicht
- Veranstaltungen
- 19
- im Jahr 2025
Das neu entwickelte Workshopangebot ‚Sozialkompetenztrainings‘
2025 haben wir das neue Workshopangebot für Jugendliche der 9. und 10. Klassen zur Stärkung der Sozialkompetenz gestartet. Durch Impulse und Übungen erfahren die Jugendlichen vieles zu guter Kommunikation und konstruktiver Zusammenarbeit – Aspekte die in der Berufswelt immer wichtiger werden.
Die Feedback-Befragung zeigt uns, dass wir die Wirkungsziele, die wir mit den Workshops verfolgen, weitgehende erreichen:
- Ich habe in dem Training etwas Neues über Kommunikation gelernt.
- 79,1 %
- Stimmt total · 19,8 % stimmt ein bisschen · 1,2 % nein
- Mir ist durch das Training klar geworden, wie wichtig es ist, anderen gut zuzuhören.
- 77,4 %
- Stimmt total · 20,2 % stimmt ein bisschen · 2,4 % nein
- Durch das Training ist mir klar geworden: Es ist gut, Lösungen für Probleme gemeinsam mit anderen zu finden.
- 75,6 %
- Stimmt total · 20,9 % stimmt ein bisschen · 3,5 % nein
Zitate zum Arbeitskreis Schulabsentismus Ludwigshafen von Mitgliedern des AK
„Einen aktuellen Leitfaden Schulabsentismus sowie Task Cards mit relevanten Informationen halte ich für ein wertvolles Angebot für Schulen“.
„Die Problematik Schulabsentismus nimmt weiter zu. Von daher ist es wichtig und sinnvoll, einen aktuellen Leitfaden zum Thema anzubieten, gerade in Ludwigshafen. Außerdem müssen genaue Strukturen und Prozesse festgelegt werden, auf die sowohl Eltern als auch Schulen sich verlassen können“.
„Eine Mind Map mit Zuständigkeiten, Inhalten und Prozessen zu Schulabsentismus ist eine sehr gute Sache. Die Materialien dazu sind in Ludwigshafen veraltet. Dieses Ziel ist für uns als Arbeitskreis gut umsetzbar“.
Besondere Begegnungen
Die Vertreterinnen der Landesschülervertretung Rheinland-Pfalz haben sich klar und meinungsstark in die Diskussion beim Fachtag Schulabsentismus eingebracht und betont, wie wichtig es ist, dass die Schülerinnen sich in der Schule gesehen und respektiert fühlen. Das war ein wichtiger Impuls für die Diskussion der Akteure in Schule und Verwaltung.
Hochkarätige Veranstaltungen
Zukunftsträger-Konferenz „The Net Works“ in Berlin als Zwischenbilanz aller fünf deutschen ZT-Standorte
Bei der bundesweiten Konferenz „The Net Works“ waren alle fünf Standorte von Zukunftsträger in Deutschland vertreten.
The Net Works - ein Forum für Austausch, Inspiration und konkrete Zusammenarbeit - brachte mehr als 100 Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Unternehmen sowie Jugendliche zusammen. In interaktiven Sessions, Workshops und Gesprächen entstanden neue Impulse für sektorübergreifende Kooperationen – mit dem Ziel, Unterstützungsangebote besser zu verknüpfen und weiterzuentwickeln.
Bei der bundesweiten Konferenz „The Net Works“ waren alle fünf Standorte von Zukunftsträger in Deutschland vertreten.

Das Team von Zukunftsträger MRN brachte sich mit einer Key Note-Speech, auf einem Experten-Panel und mit zwei Workshops aktiv ein. Das Team von Zukunftsträger MRN brachte sich mit einer Key Note-Speech, auf einem Experten-Panel und mit zwei Workshops aktiv ein.




Auf der Zukunftsträger-Konferenz wurde der Collective Impact Guide vorgestellt, in dem viele Methoden und Tipps zum Nachmachen zu finden sind, die auf den Erfahrungen der Ankerorganisationen wie Education Y basieren. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Wissen und unseren Learnings zur gelingenden Verbreitung des Gemeinsam-Wirken-Ansatzes beitragen können:
Was ist der Ausblick für 2026?
Zukunftsträger MRN wird bis Ende 2026 plangemäß in die finale Verstetigung an die Projektpartner übergeben. Dazu wird es am Ende der Laufzeit einen Fachtag kombiniert mit einer Abschlussveranstaltung i. S. eines Ergebnisparcours geben. Ab dann liegen alle von Zukunftsträger etablierten Formate wie der Steuerungskreis, der Runde Tisch Übergänge, das ÜbergangsMentoRing sowie der Arbeitskreis Schulabsentismus nachhaltig in der Verantwortung unserer Verbundpartner.