NELE – Campus
Fortbildung für eine neue Lernkultur

Gesellschaftliches Problem
Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte arbeiten in zunehmend vielfältigen Lerngruppen. Viele begleiten Kinder und Jugendliche mit Flucht oder Migrationserfahrung, ohne in ihrer Ausbildung ausreichend auf sprachliche, kulturelle und soziale Herausforderungen vorbereitet worden zu sein. Gleichzeitig hängt der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin stark von der sozialen Herkunft ab. Gerade Kinder aus belasteten Familien brauchen Lernräume, die Sicherheit geben, Teilhabe ermöglichen und unterschiedliche Lernvoraussetzungen berücksichtigen. Besonders sichtbar wird dieser Bedarf an den rund 4.000 Schulen, die am Startchancen Programm teilnehmen. Sie benötigen Fortbildungsangebote, die an ihrem Schulalltag ansetzen und flexibel genutzt werden können.
Hinzu kommt die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz. Die Schülerinnen überholen die Lehrkräfte in der Akzeptanz und Nutzung dieser neuen Technologie. Richtig genutzt kann sie Lehrkräften dabei helfen, organisatorischen Prozesse zu vereinfachen, besser auf die individuellen Bedarfe der Kinder einzugehen sowie neue Räume für die pädagogischen Arbeit mit Schülerinnen zu schaffen. Zugleich braucht es Orientierung zu Grenzen, Risiken und ethischen Fragen.
Unser Lösungsansatz
NELE ist eine offene digitale Fortbildungsplattform für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte. Die Angebote sind praxisnah, wissenschaftlich fundiert und werden gemeinsam mit Partnerorganisationen entwickelt und kuratiert. Ziel ist es, Bildungsprofis direkt in ihrem Arbeitsalltag zu unterstützen und ihnen konkrete Anregungen für Unterricht und Schulentwicklung zu geben.
Der NELE Campus bietet vor allem Selbstlernkure zum flexiblen, zeit- und ortsunabhängigem Lernen an. Zusätzlich erweitern digitale Workshops das Angebot. Im 2025 erstmals erprobten Blended Learning Format wechseln sich eigenständige Lernphasen und gemeinsamer Austausch ab.
Inhaltlich beschäftigt sich NELE unter anderem mit sozial emotionaler Unterstützung, kultureller Sensibilität, Konfliktlösung, Diversität und dem Umgang mit psychischen Belastungen. 2025 kam die gewinnbringende und verantwortungsvolle Nutzung künstlicher Intelligenz als Schwerpunkt hinzu.
Neben den Lernangeboten baut das Projekt eine Community für kollegialen Austausch auf. Ein Fachbeirat und die Zusammenarbeit tragen dazu bei, die Angebote eng an den Bedarfen der Schulen auszurichten und langfristig im Bildungssystem zu verankern.
Fokus 2025: Mit künstlicher Intelligenz den Schulalltag gestalten
Im Jahr 2025 stand die Frage im Mittelpunkt, wie künstliche Intelligenz Lehrkräfte im Schulalltag konkret unterstützen kann. NELE veröffentlichte mehr als acht Kurse zu diesem Themenfeld. Dazu gehörte ein Programm zur Elternarbeit mit sechs Kursen sowie Angebote zur Differenzierung und zu einem kompetenzorientierten Umgang mit künstlicher Intelligenz.
Die Rückmeldungen aus dem Projekt zeigen, dass Lehrkräfte einen großen Nutzen im Zeitgewinn sehen. KI kann sie dabei unterstützen, Materialien für unterschiedliche Lernstände zu erstellen oder Texte zu übersetzen und sprachlich anzupassen. Dadurch kann Zeit entstehen, die für Gespräche, Beziehungsarbeit und die individuelle Begleitung von Kindern genutzt wird.
Künstliche Intelligenz ist auch das Thema unseres ersten Blended Learning Programms. Im November 2025 starteten 46 Lehrkräfte in zwei Gruppen in eine erste Erprobung, bei der auch das NELE-Team viel lernte über das Zusammenspiel von Selbstlernphasen und synchronen Workshops. Eine enge Wirkungsbegleitung mit rahmenden Evaluationen und einem Pre-Intervention-Fokusgruppeninterview half uns, Routinen zur Evaluation von Blended-Programmen zu etablieren sowie mit den gewonnen Erkenntnissen künftige Blended-Programme inhaltlich und organisatorisch zu verbessern.
- Kurse zu künstlicher Intelligenz
- mehr als acht
- Lehrkräfte
- 46
- in zwei Gruppen
- Kurse im Programm zur Elternarbeit
- sechs


Highlights 2025
Parallel zum Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz wurde das Themenspektrum von NELE stärker auf die Bedarfe von Startchancen Schulen ausgerichtet. Gemeinsam mit dem International Rescue Committee und related e. V. begann das Team mit dem Aufbau neuer Angebote. Eine Bedarfsanalyse bildete die Grundlage für die inhaltliche Entwicklung. Zudem entstanden erste Konzepte für Blended Learning Programme, der Fachbeirat wurde eingerichtet und die technische Weiterentwicklung des Campus vorangetrieben.
Ein wichtiges Learning des Jahres betraf die Struktur der Programme. Statt eines großen Fortbildungsangebots mit viel Lernzeit entwickelt NELE künftig mehrere klar fokussierte Programme. Damit soll es Lehrkräften leichter fallen, ein Angebot zu wählen, das zu einer konkreten Herausforderung ihres Arbeitsalltags passt.
Auch die Nutzung des Campus nahm zu. Im Berichtszeitraum registrierten sich 1.793 neue Lernende. Insgesamt nutzten 2.304 Personen die Plattform und starteten 3.588 Kurse.
Die begleitende Kommunikation erreichte ebenfalls mehr Menschen, die Follower*inenn auf Instagram knackten die 1000er-Marke, auf LinkedIn folgen uns nun über 1500 Personen. Unser Newsletter, der NELEtter, erschien 2025 monatlich und erreichte jeweils über 300 Personen.
Auf der Konferenz Bildung Digitalisierung und bei einer Fachtagung in St. Gallen brachte das Team seine Erfahrungen in die fachliche Debatte ein. In St. Gallen gestaltete NELE einen Vortrag und einen Workshop zum Einsatz künstlicher Intelligenz durch Lehrkräfte. Die Veranstaltungen dienten dabei nicht nur der Sichtbarkeit. Sie ermöglichten den Austausch mit Fachleuten und lieferten Rückmeldungen für die weitere Entwicklung der Angebote.
- neue Lernende
- 1.793
- Personen nutzten die Plattform
- 2.304
- gestartete Kurse
- 3.588
- Follower*inenn auf Instagram
- über 1.000
- Personen folgen uns auf LinkedIn
- über 1.500
- Personen pro NELEtter
- über 300
- monatlich im Jahr 2025
Ausblick 2026
Im Jahr 2026 werden die begonnenen Programme weiterentwickelt und erprobt. Geplant sind Angebote zu stabilisierenden Lernräumen mit dem International Rescue Committee, zu psychischer Gesundheit, zur Förderung von Basiskompetenzen mit der Universität Jena und zur gemeinsamen Unterrichtsentwicklung.
Nach Abschluss der ersten Blended Learning Erprobung im März 2026 werden weitere Kohorten folgen. Außerdem wird der Chatbot Nelli den Zugang zu den Inhalten des Campus erleichtern und Lehrkräfte mit Hilfe künstlicher Intelligenz dabei beraten, die passenden Fortbildungen für ihre Herausforderungen zu finden. Die Communityarbeit wird ausgebaut und ehemalige Teilnehmende werden stärker eingebunden. Die Wirkungsmessung wird weiter ausgebaut und eine Wirkungslogik für NELE etabliert. Zugleich vertieft NELE die Zusammenarbeit mit systematischen Weiterbildungakteur*innen und weiteren Netzwerken, damit die Angebote noch enger an den Schulalltag und die Bedarfe von Startchancen Schulen anschließen.